Schlafen, schnarchen, streiten - In jeder sechsten Beziehung gibt es nachts Zoff, weil er sägt
Gesundheitszeitschrift "Apotheken Umschau"
Mehr als drei Millionen Schnarcher sägen sich in Deutschland regelmäßig durch die Nacht, weitere 23 Millionen ab und zu. Und in jeder sechsten Beziehung gibt es deshalb immer wieder Zoff, gestanden die Geplagten in einer großen, repräsentativen Umfrage der Gesundheitszeitschrift "Apotheken Umschau" (Heft Dezember A, GfK-Marktforschung, 2536 Bundesbürger ab 14 Jahre). Bei ca. 340.000 Paaren war sogar Trennung schon ein Thema. Angehörige der deutschen Schnarcher greifen aber zunächst zu weniger drastischen Maßnahmen: Nachts setzt eine kleine Völkerwanderung ein: Über zwei Millionen Partner ziehen öfter einmal in ein anderes Zimmer um. In 800.000 Haushalten hat das Schnarchen ganz zu getrennten Schlafzimmern geführt. Alkoholverzicht und Abspecken führen die Hitliste der häufigsten und erfolgreichsten aktiven Vorbeugemaßnahmen an. Zwei von Dreien, die ihn reduziert konsumiert haben, schnarchen weniger. Abspecken brachte Ruhe in jedes zweite Schlafzimmer.
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Student erhielt unsanften Weckruf
Badische Zeitung vom Mittwoch, 9. Juli 2003
Schnarchen im Lesesaal rechtfertigt keine Beleidigung / 100 Euro Geldstrafe für Historikerin
Von unserem Mitarbeiter Peter Sliwka
Aus welchen Träumen die Stimme einer 58-jährigen Historikerin einen schnarchenden Studenten in der Fachbereichsbibliothek für Erziehungswissenschaften an der Freiburger Universität im vergangenen November aufschreckte, ist nicht überliefert. Verbürgt ist jedoch, dass die Historikerin den schnarchenden Studenten mit dem Ruf "Arschloch" weckte und ihn tags darauf am selben Ort erneut auf diese Art begrüßte. Der Fall beschäftigt zurzeit ausführlich die Justiz.
Im April 2003 verurteilte das Amtsgericht die Historikerin wegen Beleidigung in zwei Fällen zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je zehn Euro. Das wollte die Frau nicht hinnehmen, weil sie zutiefst davon überzeugt ist, dass ein Student, der durch lautes Schnarchen die Arbeitsatmosphäre eines Lesesaals stört, ein "Arschloch" sei und deshalb auch straflos so genannt werden dürfe.
Wie sehr die 58-Jährige zu ihrer Überzeugung steht, ist vor dem Amtsgericht deutlich geworden. Der Richter hatte sie von der Polizei zu Hause abholen lassen, weil sie nicht zur angesetzten Verhandlung gekommen war. Noch in Begleitung eines Polizisten erkannte sie im Gerichtsflur den als Zeugen geladenen Studenten wieder: "Da ist er ja, das Arschloch."
"Da ist er ja, das Arschloch" Wegen Beleidigung angeklagte Historikerin
In der späteren Urteilsbegründung tauchte diese Äußerung als ein Beweis für die "völlige Uneinsichtigkeit" der geständigen Angeklagten auf. Die Historikerin, die sich damit zu Unrecht verurteilt sah, legte umgehend Berufung zum Landgericht ein. Dort versuchte sie erneut für ihre Sicht der Dinge zu werben: Ein Student, der an einer "Stätte des Geistes" schnarche, benehme sich "flegelhaft". Außerdem, so die Angeklagte, habe sein Schnarchen in der Bibliothek nicht nur den "Rechtsfrieden" gestört, sondern auch die "Ausübung geistiger Arbeit".
Die Berufungsrichter konnte die Angeklagte mit diesen Argumenten gleichwohl nicht auf ihre Seite ziehen. Auch das Landgericht entschied, dass studentisches Schnarchen an der Uni keine Beleidigungen durch den Lehrkörper rechtfertige. Gleichwohl zeigte das Landgericht mit der Angeklagten, die seit Oktober 2002 arbeitslos ist, ein Einsehen: Es verringerte die vom Amtsgericht verhängte Geldstrafe auf 20 Tagessätze zu je fünf Euro. Aber auch gegen dieses Urteil hat die Historikerin inzwischen Rechtsmittel eingelegt.
Badische Zeitung vom Freitag, 13. Juni 2003
Schnarcher mit schlechten Schulnoten
TÜBINGEN (epd). Häufiges Schnarchen kann zu schlechten Schulleistungen führen. Nach einer neuen Studie hatte jeder Zweite der ständig schnarchenden Schüler im letzten Zeugnis eine "Vier", "Fünf" oder "Sechs" in Mathematik. Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover und der Universitäts-Kinderklinik Tübingen hatten das Schlafverhalten von mehr als 1000 Drittklässlern untersucht. Schnarcher seien morgens unausgeschlafen und deshalb weniger konzentriert, hieß es. Grund dafür sei jedoch nicht ein Sauerstoffmangel durch die gestörte Atmung, sondern vielmehr die häufige Veränderung der Pulsfrequenz.
dpa-Meldung vom 21. August 2001
"Schnarchen verdirbt Briten den Spaß am Sex
London - Jeder vierte Brite hat nach einer Umfrage keine Lust mehr auf Sex, weil sein Partner schnarcht. Bei der von der BBC veröffentlichten Umfrage unter 1000 Paaren gaben 25 Prozent an, dass Schnarchen ihr Sexleben ruiniere. Bei fast der Hälfte kommt es den Angaben zufolge wegen des nächtlichen Lärms zu Streitigkeiten. Zehn Prozent der Paare hätten wegen des Schnarchens sogar schon einmal die Trennung erwogen."
Badische Zeitung vom 25. Juni 2001
"Schlafstörungen können zu gravierenden gesundheitlichen Problemen führen.....Chronische Störungen des Schlafes beeinträchtigen nicht nur die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden...sie haben fatale gesundheitliche Langzeitfolgen und können unter anderem zu Bluthochdruck, koronarer Herzerkrankung, Schlaganfall, Magen-Darm-Erkrankungen und psychiatrischen Störungen wie Depressionen führen....Doch längst vor solch ernsten Befunden leiden schlechte Schläfer unter Tagesmüdigkeit, Erschöpfung, Leistungseinbußen, mangelnder Konzentration und erhöhter Reizbarkeit....."
FOCUS Nr. 49 vom 4. Dezember 2000
"Neueste Forschungen zeigen, wie die Nachtruhe gesund, fit und munter macht.....Mediziner finden immer neue Belege, dass die Nachtruhe ein Elixier ist für die körperliche und geistige Gesundheit, für Fitness und Gedächtnisleistung.....Die meisten Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass Menschen eine durchwachte Nacht problemlos wegstecken. Als riskant erweist sich jedoch zunehmend der dauerhaft gestörte Schlaf.......Wir vermuten, dass chronischer Schlafmangel den Ausbruch von Altersbeschwerden ... beschleunigt und ihre Ernsthaftigkeit verstärkt.....
biokanol.de